Hallo Zusammen,
Ich möchte mich hier gar nicht größer einbringen, weil ich Locus Map zu selten nutze (eigentlich nur zum Wandern, primär nutze ich GPS-Sportuhren und -Bikecomputer) und daher sicherlich einen sehr subjektiven und eher unkritischen Blickwinkel habe. Das meiste was ich mit Locus Map mache, funktioniert - allen Unkenrufen zum Trotz- bei mir recht stabil (ich nutze Locus Map aber auch nur in seinen Grundfunktionen).
Aber als Softwareentwickler kann ich die Probleme vielleicht etwas einstufen. Menion hat es ja bereits sehr direkt angesprochen, dass das Locus Map Projekt sehr alt ist und daher sicherlich viel Code auch historisch gewachsen ist. Die Umschreibung historisch gewachsen kennt sicherlich jeder Softwareentwickler (und auch viele User).
Man will das zwar immer verhindern, aber irgendwann hat dann doch (fast) jedes Softwareprojekt jenen Status erreicht, in dem Altlasten den Takt vorgeben. Man fängt dann an, alten Code neu auszurichten (besser/schöner umzuprogrammieren) und irgendwann hat man dann viele neue Nebenbaustellen.
Bei Android kommt erschwerend hinzu, dass Locus mittlerweile sicherlich gegen die ein oder andere Deprecated-Falle anzukämpfen hat. Android ist ja nach wie vor ein relatives junges OS und Google hat leider überhaupt keine Hemmungen, Altlasten mit der Zeit als depcrated einzustufen.
Irgendwann kommt man dann nicht umhin, am Code größere Anpassungen vorzunehmen, weil Google die APIs grundlegend umbaut und die Entwickler zwingt, den Code anzupassen, wenn man die App weiterhin im Google Play Store anbieten will.
Nutzt man dann noch externe Libraries, wie das bei Locus - und fast allen komplexeren Apps - ja der Fall ist, dann muss man mitunter sehr tief ins System eingreifen und Code anpacken und umbauen, der jahrelang stabil funktioniert hat. Wenn es schlecht läuft, dann muss man einige der genutzten Libraries austauschen, weil sie nicht mehr aktualisiert wurden oder ebenfalls grundlegend neu programmiert wurden.
Menion hat zumindest einiges in dieser Richtung anklingen lassen.
Natürlich kann man sich unter dieser Prämisse, die ja mehr oder weniger von Außen vorgegeben wird, fragen, ob es dann Sinn macht, parallel zuviel neue Funktionalität aufzugreifen und nicht besser den alten Code erst mal gesund zu migrieren, um erst einmal eine stabile Adaption zu haben, die dann erst im nächsten Schritt ausgebaut wird. Da kämpft dann häufig die Theorie gegen die Praxis an und vice versa.
Fakt ist, wenn man sowieso am Unterbau dran ist, dann macht es hin- und wieder schon Sinn, gleich Neuerungen aufzugreifen, weil man neu Klassen baut oder Alte grundlegend umgestaltet und dann viele zukünftige Schnittstellen/Funktionen schon berücksichtigt werden sollten. Sonst hat man das Problem, dass man sehr schnell wieder an einem historisch gewachsenen Code laboriert, weil man zu wenig vorauschauend entwickelt hat und das neue Geschäftsmodell natürlich auch Anreize beim User generieren muss, das neue Geschäftsmodell überhaupt zu unterstützen.
Denn mal ehrlich, wenn Locus Map 4 nur eine fehlerbereinigende und an neue API Vorgaben angepasste Version wäre, dann würden viele Altkunden auf die Barrikaden gehen. Bereits bei der Umstellung des Geschäftsmodells gab es im Locus Map Blog zumindest einige sehr unfreundliche Kommentare.
Ich denke, das ist ein großer Spagat, den Menion und seine Truppe hinlegen müssen. Und ja, seine Firma ist nicht MS, nicht Apple, nicht Google, nicht Adobe und wie die Großen alle heißen. Manpower ist demnach begrenzt und die genannten Firmen sind ja auch ein gutes Beispiel dafür, dass selbst Manpower alleine nicht genügt (fast jedes größere OS Update der oben genannten mutiert ja mittlerweile zu einem Bingo Spiel).
Selbst gut gewartete Software lebt und genauso wie wir Menschen hin und wieder krank werden und einen Doktor benötigen, ist das bei Softwareprojekten nichts anders. Und nicht jeder ärztliche Eingriff ist immer erfolgreich, manchmal braucht es auch etwas Geduld, um wieder 100% gesund zu werden.
PS: Hier wurde das mangelende Qualitätsmanagement angeprangert. Ich bin seit > 25 Jahren in der prof. Softwareentwicklung tätig und es gibt wirklich wenige Bereiche, wo es mit dem Qualitätsmanagement immer gut funktioniert (medizinischer Bereich, Aeronautik, etc.). Das soll keine Entschuldigung sein, aber so ehrlich sollte man dann doch sein...
Quote from: Christian on April 22, 2026, 00:20:05Danke @Menion für Deine Beteiligung und Deine Offenheit.
Ich möchte meine Emotionen hier im Thread ein wenig differenzieren.
Ich bin wegen der Ignoranz hier im Thread ziemlich verärgert. Das ist für mich nicht tolerierbar. Es hilft Dir nicht, der App nicht, uns allen nicht.
Ich bin von der App enttäuscht: die strategische Ausrichtung gefällt mir nicht (zu viele Baustellen (auch iOS, Webplanner, Android Auto...), zuviel Hickhack, nicht zu Ende programmiert, zu komplex*, zu viele Fehler). Ich glaube, Du planst die Arbeitslast für Asamm Global Enterprise, bist aber nur zu zweit.
Ich möchte mich hier gar nicht größer einbringen, weil ich Locus Map zu selten nutze (eigentlich nur zum Wandern, primär nutze ich GPS-Sportuhren und -Bikecomputer) und daher sicherlich einen sehr subjektiven und eher unkritischen Blickwinkel habe. Das meiste was ich mit Locus Map mache, funktioniert - allen Unkenrufen zum Trotz- bei mir recht stabil (ich nutze Locus Map aber auch nur in seinen Grundfunktionen).
Aber als Softwareentwickler kann ich die Probleme vielleicht etwas einstufen. Menion hat es ja bereits sehr direkt angesprochen, dass das Locus Map Projekt sehr alt ist und daher sicherlich viel Code auch historisch gewachsen ist. Die Umschreibung historisch gewachsen kennt sicherlich jeder Softwareentwickler (und auch viele User).
Man will das zwar immer verhindern, aber irgendwann hat dann doch (fast) jedes Softwareprojekt jenen Status erreicht, in dem Altlasten den Takt vorgeben. Man fängt dann an, alten Code neu auszurichten (besser/schöner umzuprogrammieren) und irgendwann hat man dann viele neue Nebenbaustellen.
Bei Android kommt erschwerend hinzu, dass Locus mittlerweile sicherlich gegen die ein oder andere Deprecated-Falle anzukämpfen hat. Android ist ja nach wie vor ein relatives junges OS und Google hat leider überhaupt keine Hemmungen, Altlasten mit der Zeit als depcrated einzustufen.
Irgendwann kommt man dann nicht umhin, am Code größere Anpassungen vorzunehmen, weil Google die APIs grundlegend umbaut und die Entwickler zwingt, den Code anzupassen, wenn man die App weiterhin im Google Play Store anbieten will.
Nutzt man dann noch externe Libraries, wie das bei Locus - und fast allen komplexeren Apps - ja der Fall ist, dann muss man mitunter sehr tief ins System eingreifen und Code anpacken und umbauen, der jahrelang stabil funktioniert hat. Wenn es schlecht läuft, dann muss man einige der genutzten Libraries austauschen, weil sie nicht mehr aktualisiert wurden oder ebenfalls grundlegend neu programmiert wurden.
Menion hat zumindest einiges in dieser Richtung anklingen lassen.
Natürlich kann man sich unter dieser Prämisse, die ja mehr oder weniger von Außen vorgegeben wird, fragen, ob es dann Sinn macht, parallel zuviel neue Funktionalität aufzugreifen und nicht besser den alten Code erst mal gesund zu migrieren, um erst einmal eine stabile Adaption zu haben, die dann erst im nächsten Schritt ausgebaut wird. Da kämpft dann häufig die Theorie gegen die Praxis an und vice versa.
Fakt ist, wenn man sowieso am Unterbau dran ist, dann macht es hin- und wieder schon Sinn, gleich Neuerungen aufzugreifen, weil man neu Klassen baut oder Alte grundlegend umgestaltet und dann viele zukünftige Schnittstellen/Funktionen schon berücksichtigt werden sollten. Sonst hat man das Problem, dass man sehr schnell wieder an einem historisch gewachsenen Code laboriert, weil man zu wenig vorauschauend entwickelt hat und das neue Geschäftsmodell natürlich auch Anreize beim User generieren muss, das neue Geschäftsmodell überhaupt zu unterstützen.
Denn mal ehrlich, wenn Locus Map 4 nur eine fehlerbereinigende und an neue API Vorgaben angepasste Version wäre, dann würden viele Altkunden auf die Barrikaden gehen. Bereits bei der Umstellung des Geschäftsmodells gab es im Locus Map Blog zumindest einige sehr unfreundliche Kommentare.
Ich denke, das ist ein großer Spagat, den Menion und seine Truppe hinlegen müssen. Und ja, seine Firma ist nicht MS, nicht Apple, nicht Google, nicht Adobe und wie die Großen alle heißen. Manpower ist demnach begrenzt und die genannten Firmen sind ja auch ein gutes Beispiel dafür, dass selbst Manpower alleine nicht genügt (fast jedes größere OS Update der oben genannten mutiert ja mittlerweile zu einem Bingo Spiel).
Selbst gut gewartete Software lebt und genauso wie wir Menschen hin und wieder krank werden und einen Doktor benötigen, ist das bei Softwareprojekten nichts anders. Und nicht jeder ärztliche Eingriff ist immer erfolgreich, manchmal braucht es auch etwas Geduld, um wieder 100% gesund zu werden.
PS: Hier wurde das mangelende Qualitätsmanagement angeprangert. Ich bin seit > 25 Jahren in der prof. Softwareentwicklung tätig und es gibt wirklich wenige Bereiche, wo es mit dem Qualitätsmanagement immer gut funktioniert (medizinischer Bereich, Aeronautik, etc.). Das soll keine Entschuldigung sein, aber so ehrlich sollte man dann doch sein...

Eine Frage ist halt, wie bzw. ob man das zur Echtzeit eintüten kann.
Wir haben hier drei aktuelle Mittelklasse-Smartphones in Verwendung, eines davon protokolliert leider sehr grausliche GPS-Koordinaten. Da macht dann sogar eine nachträgliche Korrektur der Höhendaten nur bedingt Sinn, weil man eigentlich vorher die GPS-Ausreißerkoordinaten korrigieren/filtern müsste.